Sonntag, 22 Oktober 2017

Therapiehund "Leo"

 

Therapiehund „Leo“ wird in der Schule an der Ruhraue bei der Arbeit eingesetzt.

„Leo“, * am 28. Februar 2009, ist ein kastrierter blonder Labradorrüde. Er gehört zu Barbara Schilling-Stratmann (Sonderschullehrerin). Im Alter von 13 Wochen ging er zum ersten Mal mit in die Schule an der Ruhraue. Seither begleitet Leo sein Frauchen mehrmals in der Woche in die Schule. Leo und Frau Schilling-Stratmann haben gemeinsam die Ausbildung zum „Therapeutischen Team Mensch und Hund“ gemacht und Ende Januar 2013 mit der Prüfung und einem Zertifikat abgeschlossen. Das therapeutische Team arbeitet sowohl mit Kindern/Jugendlichen in der Einzelförderung als auch mit mehreren Kindern/Jugendlichen in der Gruppe. Die Schwerpunkte der therapeutischen Arbeit sind abhängig vom anstehenden Förderbedarf des/der jeweiligen Kindes(r)/Jugendlichen.

Im Klassenraum von Frau Schilling-Stratmann hat Leo seinen Trinknapf, die im Zusammenhang mit der therapeutischen Arbeit notwendigen Utensilien und seine Hundebox, in die er sich zurückziehen kann. Die Hundebox ist verschließbar, so dass der Hund in besonderen Situationen auch in dieser gesichert werden kann. Dies kann zum Schutz des Hundes erforderlich werden bei übergriffigen Schülern/Schülerinnen, die den Hund fortwährend bedrängen oder bei auftretenden Notfällen, in denen sich die Aufmerksamkeit der Lehrerin ausschließlich auf den Schüler/die Schülerin konzentriert, z.B. bei auftretenden Krampfanfällen, Hilfeleistungen bei Toilettengängen etc.

Leo ist ein ausgeglichener Hund, der einen hohen Stresspegel erträgt, ohne Anzeichen von Aggression zu zeigen. Er ist freundlich und gutmütig und lässt sich berühren, streicheln und drücken. Schon beim Betreten der Schule findet eine herzliche gegenseitige Begrüßung zwischen Schülern/Schülerinnen, Mitarbeitern/Mitarbeiterinnen und Leo statt. Es ist erstaunlich, welch positive Auswirkung der Umgang mit dem Hund auf alle am Schulleben Beteiligten hat.

Im Kontakt und insbesondere in der Begleitung und Förderung mit Kindern und Jugendlichen mit Handicaps leistet der Hund Bemerkenswertes. Er signalisiert den Kindern und Jugendlichen: „Ich nehme dich so an, wie du bist.“ Unabhängig vom äußeren Erscheinungsbild, von der Art und der Schwere einer Behinderung vermittelt er emotionale Wärme und bedingungslose Akzeptanz. Er verbessert die Stimmung und bringt alle Beteiligten oft zum Lachen. Dadurch, dass er die Aufmerksamkeit immer wieder auf sich zieht, unterbricht er negative Gedanken, störende Verhaltensweisen oder eine gedrückte Stimmung. Auf Schüler/Schülerinnen, die rücksichtslose und aggressive Verhaltensweisen zeigen, reagiert der Hund mit Rückzug. Er zeigt den Kindern auf neutrale, nicht vorwurfsvolle oder wertende Weise, dass das gezeigte Verhalten nicht annehmbar ist. Die vom Hund gezeigte „Kritik“ wird nicht als Angriff auf die eigene Person verstanden und kann daher leichter angenommen werden.

Der Umgang und die Erfahrungen mit dem Hund in der Einzel-wie auch in der Gruppensituation (z.B. Pausenangebot: Hundespaziergang, Spiele mit dem Hund) haben Auswirkungen auf die folgenden Bereiche:

Emotionales Verhalten

• Freude und Spaß im Umgang mit dem Hund

• Stärkung des Selbstwertgefühls und des Selbstvertrauens

• Abbau von Ängsten

• Befriedigung des Bedürfnisses nach Zuwendung, Nähe, Körperkontakt

• Erfahrung von bedingungsloser Akzeptanz Sozialverhalten

• Erlernen von sozialen Verhaltensweisen wie Rücksichtnahme, Verantwortung, Zuverlässigkeit

• Herausholen aus der Isolation und Förderung von Kontakten

• Erlernen eines angemessenen Umgangs mit dem Hund

• Einhaltung von Regeln Motorik

• Förderung der Bewegung (Grob-und Feinmotorik)

• Anregung des Kreislaufs

• Anregung der Wahrnehmung (taktil, sensorisch, Temperatur)

• Zielgerichtete akustische und visuelle Wahrnehmung Kognition

• Förderung der sprachlichen Fähigkeiten

• Konzentration

• Ausdauer Voraussetzungen, die der Hund mitbringt

-Grundgehorsam

-Freundlichkeit gegenüber Fremden Aussehens sowie gegenüber Kindern Aussehens

-lässt sich am ganzen Körper anfassen

-Ausgeglichenheit und Erwachsenen jeden jeden Alters und jeden

-unaufdringliches Begrüßungsverhalten (springt nicht an)

-nimmt Futter aus der Hand sanft an

-verhält sich still, wenn dies erwünscht ist

-bleibt an dem ihm zugewiesenen Platz liegen, wenn er dort „abgelegt“ wurde

-lässt sich vom Hundehalter alles gefallen (Maul öffnen, Futter wegnehmen, Pfotenkontrolle)

-kann alleine bleiben

-kann seinen Gang anpassen (neben dem Rollstuhl/Rollator/Menschen mit Gehbehinderung)

-reagiert gelassen, wenn ein Mensch neben ihm stolpert, hampelt oder sich durch auffällige Gebärden artikuliert

-kann sich unterordnen

-befolgt verbale und durch Handzeichen gegebenen Anordnungen

-hat einen regelmäßigen Kontakt zu und ein gutes Sozialverhalten innerhalb seiner Artgenossen

Medizinische Kontrolle

Leo wird regelmäßig der Tierärztin vorgestellt, erhält die notwendigen Impfungen und wird spätestens alle drei Monate entwurmt. Laut tierärztlichem Gesundheitszeugnis befindet sich der Hund in einem guten Allgemeinzustand und zeigt ein freundlich zugewandtes, angstfreies, geduldiges Wesen und lässt eine Eignung zum Therapiehund erkennen.

Ausbildung

-Welpen-und Junghundeschule 2009

-Kurs „Tiergestützte Arbeit in Behinderteneinrichtungen, Altenheimen, Schulen und Kindergärten“ 2009

-Circus Circus: Der besondere Trick-Workshop für Hund und Mensch Mai 2010

-Ausbildung „Therapeutisches Team Mensch und Hund“ in 4 Modulen (2009/2010 Modul 1 und 2);

(2012/2013 Module 3 und 4)

mit der Abschlussprüfung Ende Januar 2013

 

 

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